US-Staatsbürger und Greencard-Inhaber sind verpflichtet, in den Vereinigten Staaten eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Diese Steuererklärung muss das Welteinkommen dieser Person enthalten. Das heißt, selbst wenn ein Amerikaner in einem anderen Land lebt, so muss er doch immer eine US-Steuererklärung einreichen.

In Deutschland muss jede Person, die dort einen Wohnsitz innehat oder sich dauernd in Deutschland aufhält, ebenfalls das gesamte Welteinkommen versteuern.

Dies kann zu einer Doppelbesteuerung führen, wenn der jeweils andere Staat ebenfalls eine Einkommensteuer erhebt.

Um eine Doppelbelastung für ihre Bürger zu vermeiden, haben Deutschland und die USA ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung abgeschlossen.

Das Deutsch-Amerikanische Doppelbesteuerungsabkommen ist seit 1990 in Kraft. Das Abkommen verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele:

  1. Vermeidung der Doppelbesteuerung für Personen, die in beiden Ländern steuerpflichtig sind.
  2. Verhinderung der Steuerhinterziehung von in den jeweiligen Ländern steuerpflichtigen Personen.

Es sei hier erwähnt, dass die 2006 ratifizierte Änderung zum DBA-USA den Austausch von Steuerdaten zwischen den beiden Staaten erlaubt. Dies macht es zum Beispiel möglich, dass das US Finanzamt (IRS) sehen kann, was ein Amerikaner, der in Deutschland lebt, verdient und an Steuern zahlt. Zwischen den beiden Staaten werden mittlerweile regelmäßig Kontrollmitteilungen ausgetauscht.

Wie das Deutsch-Amerikanische Doppelbesteuerungsabkommen in der Praxis funktioniert

Das Abkommen deckt mehrere Einkommenssituationen ab (nicht abschließend):

Unternehmensgewinne

Gewinne von deutschen und amerikanischen Unternehmen sind grundsätzlich in dem Land steuerpflichtig, in dem das Unternehmen registriert ist (z.B. Körperschaftsteuer bei Kapitalgesellschaften mit Sitz in Deutschland). Begründet jedoch ein in einem Land registriertes Unternehmen in dem anderen Land eine Betriebsstätte, so ist das Unternehmen mit denen auf diese Betriebsstätte entfallenden Gewinnen in diesem Land steuerpflichtig.

Eröffnet zum Beispiel ein deutsches Unternehmen eine Niederlassung in Florida, dann sind die auf diese Niederlassung entfallenden Gewinne in den USA steuerpflichtig. Das Besteuerungsrecht ist nach dem Abkommen den USA zugewiesen, da das deutsche Unternehmen in den USA eine Betriebsstätte begründet hat.

Dividenden

Das Abkommen weißt grundsätzlich das Besteuerungsrecht bei Dividenden dem Land zu, in dem der Empfänger ansässig ist.

Die Dividenden können nach dem Abkommen allerdings auch in dem Land besteuert werden, in dem die Gesellschaft ihren Sitz hat.  Um die Belastung zu verringern, regelt das Abkommen, dass die jeweilige Steuerbelastung im Sitzstaat der ausschüttenden Kapitalgesellschaft auf 5% reduziert ist, sofern an der ausschüttenden Gesellschaft wiederum eine ausländische Gesellschaft mit mindestens 10% beteiligt ist. Ansonsten ist die Steuer, die der Sitzstaat erheben kann, auf 15% begrenzt. Unter bestimmten Voraussetzungen können die einzubehaltenden Quellensteuern der jeweiligen Länder sogar auf 0 reduziert sein.

Arbeitnehmer

Wenn ein deutscher Steuerpflichtiger vorübergehend in den USA arbeitet, dann ist dies grundsätzlich in den USA steuerfrei und umgekehrt. Es müssen aber ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Steuerpflichtige darf sich nicht länger als 183 Tage in den USA aufhalten.
  • Das Gehalt muss von einem deutschen Arbeitgeber bezahlt werden.
  • Das Einkommen darf nicht von einer US-Betriebsstätte des deutschen Arbeitgebers herrühren.

Spezialregelungen für Professoren und Lehrer

Professoren und Lehrer, die Steuerpflichtige eines Landes sind, können im anderen Land bis zu 2 Jahre wissenschaftlich arbeiten, ohne im Gastland steuerpflichtig zu werden.

Wichtig! Diese Ausnahme gilt nur für Wissenschaftler, die an einer anerkannten Lehranstalt lehren und forschen oder an einer anderen Einrichtung für Forschungsarbeiten zum öffentlichen Nutzen.

Möchten Sie mehr über das Deutsch-Amerikanische Doppelbesteuerungsabkommen erfahren?

Dies ist nur ein kurzer Überblick über die Regelungen des DBA-USA. Sollten Sie weitere Fragen zu der Besteuerung in beiden Ländern haben, dann kontaktieren Sie bitte jederzeit gerne mein Büro.

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Timo Becker

Mit seiner aufstrebenden internationalen Anwaltskanzlei vertritt Timo Unternehmen und vermögende Privatpersonen bei internationalen Investitionen und Transaktionen.

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Für jeden internationalen Unternehmer, der in Amerika Geschäfte machen will, stellt sich irgendwann die Frage, ob er nicht eine eigene Firma in den USA gründen möchte. Als Ausländer in den USA eine Firma zu gründen kann manchmal eine Herausforderung darstellen. Es gibt viele Vorschriften auf Bundesebene, Landes- und Gemeindeebene, die eingehalten werden müssen. Hier ein kleiner Überblick wie eine Firmengründung in den USA abläuft: 1. Wählen Sie die richtige Rechtsform für Ihre Unternehmung Was für Ihr Unternehmen die richtige Rechtsform ist, wird wesentlich davon bestimmt, was Sie mit Ihrem Vorhaben bezwecken möchten. Die U.S. Small Business Administration (SBA) führt auf ihrer Webseite die verschiedenen Rechtsformen auf und erklärt ihre Vor- und Nachteile. Nicht alle Rechtsformen sind für jeden Unternehmer gleichermaßen geeignet. Partnership Die Partnership ist eine Personengesellschaft und wohl die einfachste Rechtsform. Sie entspricht einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) in Deutschland. Voraussetzung ist der Zusammenschluss mehrerer Personen zu einem gemeinsamen Zweck. Jeder der Partner haftet persönlich und unbeschränkt mit seinem Privatvermögen. Davon zu unterscheiden ist die Limited Partnership. Diese Gesellschaft entspricht im Wesentlichen der Kommanditgesellschaft in Deutschland. Es gibt einen Vollhafter (Komplementär), den sog. General Partner, und es gibt den Teilhafter (Kommanditisten), den sog. Limited Partner. Der General Partner haftet persönlich und unbeschränkt und der Limited Partner haftet nur mit seiner Einlage in die Gesellschaft. Limited Partnerships werden oft dazu verwendet, Kapital von einer großen Anzahl von Investoren einzusammeln, da die Limited Partner keine Mitspracherechte haben. Limited Liability Company (LLC) Diese Gesellschaft ist die flexibelste Gesellschaftsform in den USA und ist noch relativ neu. Die Gesellschaft kann wie eine Personengesellschaft oder wie eine Kapitalgesellschaft ausgestaltet werden. Der Vorteil der LLC ist, dass die Haftung auf das Gesellschafts-vermögen begrenzt ist (Limited Liability -Gesellschafter haften nicht mit ihrem Privatvermögen). In Florida, anders als in vielen anderen Staaten, hat die LLC keine begrenzte Lebensdauer. Corporation Die Corporation ist eine Kapitalgesellschaft mit beschränkter Haftung, vergleichbar mit einer GmbH bzw. einer AG im deutschsprachigen Rechtsraum. Steuerlich gibt es verschie- dene Formen der Corporation (C-Corporation und S-Corporation). Die Corporation bietet umfassenden Haftungsschutz und eine gefestigte Rechtsprechung. Die Corporation hat allerdings den Nachteil, dass es viele formale Regelungen gibt, die unbedingt eingehalten werden müssen, um die beschränkte Haftung zu gewährleisten. 2. Name und den Sitz der Gesellschaft Sobald Sie die richtige Gesellschaftsform für Ihr Unternehmen gefunden haben, sollten Sie sich Gedanken über den Namen und den Sitz der Gesellschaft machen. Das Gesellschafts- recht der USA ist Landesrecht, d.h. jeder der 50 Bundesstaaten hat seine eigenen Gesetze was Gesellschaften angeht. Welches Recht auf die Gesellschaft Anwendung findet, wird in erster Linie durch den Gründungsstaat aber auch durch den Sitz der Gesellschaft bestimmt (Gründungs- und Sitztheorie). 3. Erstellung der Gründungsdokumente der Gesellschaft Sollten Sie beispielsweise vorhaben eine Corporation zu gründen, so müssen für die Gründung der Gesellschaft die Articles of Incorporation (Gründungsstatut) beim Handelsregister in einem der Bundesstaaten eingereicht werden. Weiter benötigen Sie noch die By-Laws (Satzung) oder zusätzlich ein Shareholder Agreement (Gesellschaftervertrag). Wenn Sie eine LLC gründen möchten, dann müssen die Articles of Organization beim jeweiligen Handelsregister eingereicht werden. Zusätzlich sollte auch ein Operating Agreement (Gesellschaftsvertrag) aufgesetzt werden. Shareholder- und Operating Agreement ähneln sich vom Grundsatz her, sind jedoch spezifisch auf die jeweilige Rechtsform zugeschnitten. Je nachdem welche Rechtsform Sie gewählt haben, gibt es noch viele lokale Vorschriften am Sitz der Gesellschaft, die eingehalten werden müssen und die Ihr Unternehmensanwalt mit Ihnen besprechen kann. Kontaktieren Sie mich als Ihren Unternehmensanwalt in Amerika Es gibt noch viele weitere Schritte, die bei der Gründung einer Gesellschaft in den USA bedacht werden müssen. Als in Firmengründungen sehr erfahrener Unternehmensanwalt kann ich gerne mit Ihnen sämtliche Optionen durchsprechen und Sie beim Gründungsprozess begleiten. Kontaktieren Sie mich bitte jederzeit gerne für eine umfassende Erstberatung und danach beginnen wir mit der Gründung.

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Deutsche übertragen eine Erfindung auf eine Startup Gesellschaft in den USA gegen Gewährung von Gesellschafterrechten. Zwei deutsche Softwareentwickler übertrugen ihre Rechte an einem Algorithmus auf eine Startup Gesellschaft, die nach dem Recht des Staates Delaware gegründet wurde. Die Parteien trafen für den Vertrag eine Rechtswahl zugunsten von Delaware und legten fest, dass für etwaige Streitigkeiten ein Schiedsgericht angerufen werden müsse. Interessanterweise wurde schlussendlich Hamburg als Gerichtsstand vereinbart. Eine US-Gesellschaft verhandelt einen Distributionsvertrag mit einem deutschen Hersteller. Die US-Gesellschaft verkaufte seit Jahren hochwertige anatomische Modelle eines deutschen Herstellers ohne eine schriftliche Abmachung. Die US-Gesellschaft sollte an ein großes US-Unternehmen verkauft werden und dieses wollte im Rahmen der Due-Diligence einen schriftlichen Distributionsvertrag mit dem deutschen Hersteller als Beweis für ein bestehendes Vertriebsrecht sehen. 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Es kann beispielsweise sein, dass die Kartellbehörden einen Unternehmenskauf genehmigen müssen. Dabei kann es passieren, dass etwa die Kartellbehörden der USA oder die der Europäischen Union unterschiedliche Auffassungen vertreten. Aber auch bei einfacheren und kleineren Geschäften gibt es viele rechtliche und kulturelle Unterschiede, die es zu beachten gilt. Gerade in den Vereinigten Staaten hat jeder Einzelstaat seine eigenen Gesetze. Selbst auf lokaler Ebene gibt es viele Unterschiede. Was in einem Landkreis erlaubt oder üblich ist, muss im nächsten Landkreis noch lange nicht erlaubt sein. Einer der wichtigsten Fragen bei Cross-Border Geschäften ist, welches Recht Anwendung findet. Die Gerichte der meisten Länder erkennen eine Rechtswahl der Parteien an. Aber die Rechtswahl hängt von vielen Faktoren ab. Wenn Sie in den USA Geschäfte machen, dann wird die Rechtswahl sich in der Regel auf das Recht eines Bundesstaates beschränken. 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Was Sie Über Die Nachlassplanung Mit Ausländischem Vermögen Wissen Sollten

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Wenn Sie ausländische Immobilien oder Beteiligungen haben oder planen, in nächster Zeit im Ausland zu investieren, dann sollten Sie sich darüber informieren, wie sich diese Investitionen auf Ihre Nachlassplanung auswirken können. Im Allgemeinen ist die Nachlassplanung mit ausländischen Vermögensgegenständen wesentlich komplexer als die mit nur deutschem oder US Vermögen. Wenn Sie über ein internationales Vermögen verfügen, dann sollten Sie sich mit den Besonderheiten der internationalen Nachlassplanung vertraut machen, um Ihrer Familie unnötige Kosten und Schwierigkeiten zu ersparen. In erster Linie sollten Sie sich über Ihre letztwilligen Verfügungen Gedanken machen, insbesondere über die Frage, ob Ihr Testament im jeweiligen Land anerkannt wird oder ob Sie vielleicht sogar mehrere Testamente benötigen. Fragen der Erb- bzw. Nachlassteuer spielen bei den Überlegungen ebenfalls eine große Rolle. Ich möchte Ihnen im Folgenden einige der wichtigsten Punkte, an die Sie denken sollten, erläutern: Formwirksamkeit von Testamenten? Wenn Sie zum Beispiel ein US-Staatsbürger oder US Permanent Resident sind und noch über Vermögen in Deutschland verfügen, kann es sein, dass Ihr Testament, das Sie nach US Recht erstellt haben, in Deutschland formell nicht anerkannt wird. Nach deutschem Recht ist nur ein handschriftliches Testament (Eigenhändiges Testament) oder ein Testament zur Niederschrift bei einem Notar (Notarielles Testament) zulässig. In Florida sowie in den meisten Bundesstaaten sind jedoch sogenannte zwei Zeugen Testamente vorgeschrieben, wobei ein Notary Public die Unterschrift des Testierenden beglaubigen muss. Der US Notary Public ist aber in der Regel nicht vergleichbar mit einem deutschen Notar und daher genügen US Testamente regelmäßig nicht den deutschen Formvorschriften. Allerdings kann hier unter bestimmten Voraussetzungen das Haager Testamentsform Überein-kommen helfen, und in vielen Fällen werden auch US-Testamente in Deutschland anerkannt. Welches Erbrecht findet Anwendung? Fraglich ist, ob das Testament auch dem Inhalt nach im Ausland anerkannt wird. Hier gibt es seit 2015 die Europäische Erbrechtsverordnung, die in erster Linie bestimmt, dass sich das anwendbare Recht nach dem gewöhnlichen Aufenthalt des Erblassers richtet. Ist dieser in den USA, so würde eigentlich US-Erbrecht Anwendung finden. Für Immobilien können aber Sondervorschriften gelten. Außerdem kann der Testierende bei mehreren Staatsbürgerschaften auch eine Rechtswahl treffen. Die Frage, welches Recht Anwendung findet, hat insbesondere Bedeutung bei der Berechnung deutscher Pflichtteilsansprüche. Wenn Sie also beispielsweise die meiste Zeit des Jahres über in Miami verbringen und ein Testament nach Florida Recht haben und noch über Immobilien in Deutschland verfügen, kann es sein, dass diese Immobilien nicht nach den Bestimmungen Ihres Testaments vererbt werden. Informieren Sie sich frühzeitig, welches Recht in Ihrer Situation Anwendung findet. Doppelbesteuerung mit Erb-, Nachlass- oder Schenkungsteuer? Die USA haben mit Deutschland, Österreich und der Schweiz auch Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Erb- und Nachlassteuer. Diese Abkommen gewähren viele Vorteile. Durch die richtige Gestaltung können unter Umständen Steuern in einem Land vollständig vermieden werden. Informieren Sie sich bei einem internationalen Steueranwalt über die richtige Gestaltung, und zwar besonders, bevor Sie eine Immobilie im Ausland erwerben oder im Wege der vorweggenommenen Erbfolge verschenken, da die Weichen oft schon beim Erwerb der Immobilie gestellt werden müssen. Holen Sie sich den Rat eines internationalen Steuer- und Nachlassplanungsanwalts Die Nachlassplanung ist eine komplexe Materie, selbst wenn man nur über Vermögen in einem Land verfügt. Sollten Sie aber über Vermögensgegenstände in mehreren Ländern verfügen, dann wird die Sache noch viel komplizierter. Haben Sie zum Beispiel Immobilien in den USA, sollten Sie unbedingt mit einem erfahrenen internationalen Steuer- und Nachlassplanungsanwalt sprechen. Ich habe jahrelange Erfahrung in der Planung und Gestaltung von internationalen Vermögen mit USA Bezug und arbeite auch mit entsprechenden Spezialisten in den verschiedenen Rechtsordnungen zusammen. Kontaktieren Sie mich jederzeit gerne, wenn Sie mehr über die Leistungen erfahren möchten, die ich meinen Mandanten in den USA, Deutschland, Österreich und der Schweiz anbiete.

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